Holz verbindet, kann Brücken bauen und ist hochmodern

Der Titel der Veranstaltung war an sich sachlich. Angekündigt waren die Informationstage für „Chancen und Entwicklungen im Holzbau“, am 18. und 19. Februar 2016. Es stand aber auch eine Behauptung im Raum: „Holzverbindet“. Exakt diese Behauptung wurde in der Produktionshalle von Theurl Realität. Holz verband und zog zahlreiche Interessierte aus Nah und Fern an. In etwa 150 Menschen ließen sich von einer Vielzahl an Themen beeindrucken.

Bereits am ersten Tag wurde schnell klar, dass Holz nicht nur verbindet. Sondern dass sich mit Holz unter anderem auch Brücken bauen lassen. Eindrucksvoll wurde dies von Dr. Ing. Arch. Thomas Schrentewein (Schrentewein & Partner srl) vorgeführt. Zuvor merkte dieser an, dass sich der Holzbau in den letzten Jahrzehnten in eine Richtung weiterentwickelt hat, von der man damals nur träumen konnte. Mittlerweile werden nicht nur Brücken, sondern Türme und ganze Hochhäuser überwiegende aus Holz gebaut.

Zuvor referierte Dott. For. Paolo Bertoni über die „Entwicklung der Holzwirtschaft in Südtirol“. Sein faktenreicher, sachkundiger und informativer Beitrag bildete den perfekten Einstieg in einen bunten Nachmittag, der von der Heterogenität der Ansätze und Zugänge gekennzeichnet war.

DI Arch. Michaela Wolf (bergmeisterwolf architekten) machte anschließend deutlich, dass sich über Architektur und Holzbau auch auf poetische und philosophische Art und Weise sprechen lässt. Es ging ihr um das Verstehen von Landschaften, Orten und den Umgang der Architektur mit den Gegebenheiten, die sie vorfindet.

Die von ihr prominent präsentierte „Skulptur“ des Firmensitzes von Ulrich Perathoner wurde am ersten Nachmittag von mehreren Seiten beleuchtet. Von ihr auf ihre hochinteressante, philosophische und zugleich fachkundige Weise. Außerdem kam auch der Statiker dieses Projektes, Dr. Ing. Arch. Thomas Schrentewein zu Wort. Zu guter Letzt und zum Abschluss des ersten Nachmittages wurde der Bauherr selbst, Ulrich Perathoner, interviewt und zu seinen Intentionen hinter diesem Projekt befragt.

Der erste Tag klang, dem Südtirol-Schwerpunkt entsprechend, mit einem Südtiroler Abend aus. Die kulinarische Köstlichkeiten wurden dezent und doch virtuos von den Musikern von „gschrems“ untermalt. Diese stammten zwar aus dem Mölltal, präsentierten aber, unter anderem, Musik von Herbert Pixner, dem wohl bekanntesten Protagonisten der sogenannten „Neuen Volksmusik“.

Am darauf folgenden Tag referierte zu Beginn Ing. Michael Brunner (Rotho Blaas srl) über die „Verbindungen im modernen Holzbau und deren Bemessung“ und setzte den Fokus des vorherigen Tages fort. Auch ihm ging es darum zu zeigen, dass Holz mehr kann, als ihm so mancher zutraut. Die Möglichkeiten des Holzbaus sind, das weiß man spätestens nach seinem Vortag, noch lange nicht ausgereizt.

Gar von einem „Traum vieler Holzbauingenieure“ sprach danach DI Roland Maderebner von der Universität Innsbruck. Er referierte über „Punktgestützte Flachdecken und bauphysikalisch optimierte Balkonelemente“ und gab damit ganz handfest tiefgehende Einblicke in dieses konkrete und zukunftsträchtige Feld.

Nach diesem geballten Wissen war es Zeit, dass Ralph Goldschmidt unter dem Motto „Shake your life“ den richtigen Mix aus Karriere, Liebe und Lebensart vorschlug. Der eindrucksvolle Vortrag machte klar, dass es sich auch lohnt, querzudenken und nicht immer den einfachsten Weg einzuschlagen. Die Lebensfreude und die Energie von Ralph Goldschmidt steckte jedenfalls an und brachte zugleich zum Nachdenken, ob man nicht doch einen anderen „Mix“ aus Karriere, Liebe und Lebensart anstreben sollte.

„Holzverbindet“ kann somit mit Fug und Recht für sich beanspruchen, weit mehr als nur Informationstage zu den „Chancen und Entwicklungen im Holzbau“ geboten zu haben. Es war eine Veranstaltung, die auf interessante, verständliche und faszinierende Weise die Gegenwart und Zukunft des Holzbaus skizziert hat.

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