THEURL sammelt Jahresringe

90 Jahre und weiter

Manche Bäume zählen Hunderte Jahre, zu altern scheinen sie im Laufe der Zeit allerdings kaum. Dagegen darf man das Familienunternehmen THEURL aus Osttirol mit seinen 90 Jahren getrost als Jungspund bezeichnen. Der Innovationsgeist und Tatendrang der nunmehr vier Generationen an Holzverstehern scheint als Jungbrunnen zu wirken. Den Kinderschuhen ist der erfolgreiche Industriepartner dennoch schon lange vor diesem Firmenjubiläum entwachsen. Über die Jahrzehnte hinweg ist es THEURL gelungen, sich stetig weiterzuentwickeln, noch einen Schritt voranzugehen und dabei immer relevante Produkte für den Markt der Zukunft zu kreieren. Stillstand heißt altern. Das Motto für die kommenden Jahrzehnte lautet also: 90 Jahre und weiter.

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Generationen Tatendrang

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Jahre Holztradition

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Mitarbeiter verrückt nach Holz

GELEBTER PIONIERGEIST

1932 beweist Peter Theurl mit dem Kauf des Weilerhofs in Assling Mut und Innovationsgeist. In seinem kleinen Sägewerk produziert der Osttiroler Bergbauernsohn erfolgreich Schnittholz. Mit dem Umzug des Betriebs auf die „Sonnseite“ im Jahr 1950 legt Peter Theurl das Fundament für die nachfolgenden Generationen. Voller Selbstvertrauen trotzt der Unternehmer auch der Weltwirtschaftskrise und beweist den Söhnen, wie Risikobereitschaft, Zufall und ein Quäntchen Glück zu nachhaltigem Erfolg führen können.

NACHHALTIG GEWACHSEN

In der zweiten Generation festigen die Söhne Hans und Seppl Theurl ab den 1950er Jahren die Basis, die zur unverzichtbaren Grundlage für das gesamte zukünftige Wachstum des Betriebs werden soll. Der THEURL-Stammsitz in Assling wächst stetig und erste erfolgreiche Schnittholzexporte nach Italien setzen ein wichtiges Zeichen hinsichtlich der Erschließung neuer Märkte. THEURL gewinnt nun auch überregional an Bedeutung und der Bekanntheitsgrad steigt. Mit dem Bau eines Hobelwerks gelingt den Brüdern 1982 der Einstieg in die Holzveredelung.

INVESTITION IN DIE ZUKUNFT

In den 90er Jahren übernehmen die Cousins Hannes und Stefan Theurl die Geschäftsführung des Familienbetriebs. Das Zweigestirn setzt gezielt auf Investitionen in die Zukunft, baut das Unternehmen weiter aus und sorgt dafür, dass die Marke THEURL in der DACH-Region und weltweit Bekanntheit erlangt. Von Ökostrom aus dem eigenen Biomassekraftwerk über den Neubau einer Sägehalle bis hin zum Aufbau des BSH-Werks: Hannes und Stefan Theurl setzen in allen Bereichen auf Innovation und modernste Technik. 2020 nimmt THEURL den neuen Standort Steinfeld in Betrieb, an dem das Hightech-Produkt CLTPLUS produziert wird.

NEXT GEN

Mit Theresa, Roland, Daniel, Nico, Lisa und Gerald steht die vierte Generation an Theurls bereits in den Startlöchern. Die aktive Zusammenarbeit mit den Geschäftsführern Hannes und Stefan Theurl ist die wohl beste Schule für kommende Herausforderungen und Chancen im Unternehmen. Über die Jahrzehnte hinweg scheint die Faszination für Technik und Qualität dabei allen Theurls gemeinsam zu sein. Die perfekte Voraussetzung, die Philosophie des Familienunternehmens auch in die kommenden 90 Jahre zu tragen: bei THEURL gründet nachhaltiger Erfolg in Tradition und Handwerk, die Zukunft baut auf innovationsgetriebene Technologien.

TEAMTHEURL – GEMEINSAM IN DIE ZUKUNFT

Zusammenhalt, Tatendrang und Pioniergeist. Ohne diese Werte wäre das moderne Familienunternehmen THEURL wohl nicht da, wo es heute steht. Über die Generationen hinweg setzten alle Familienmitglieder auf Innovation, Handschlagqualität und Verlässlichkeit – ohne dabei je Investitionen in die Zukunft oder das Erschließen neuer Märkte zu scheuen. Dieses vorausblickende wie nachhaltige Denken gilt auch der Naturressource Holz sowie dem wertvollsten Gut vor Ort: den Mitarbeitern. Die Unternehmensphilosophie basiert seit jeher auf dem Leitbild: zusammen mehr erreichen. Denn nur mit Begeisterung für das eigene Tun ist es in der heutigen Zeit möglich, herausragende und sinnvolle Lösungen für den Holzbau der Zukunft zu kreieren.

90 JAHRE HOLZGESCHICHTE(N)

Auf der Suche nach spannenden Anekdoten, interessanten Einblicken oder visionären Ausblicken? THEURL hat all das zu bieten – dazu Portraits, Interviews, Trendreports, Fakten zum Rohstoff Holz, Geschichten von unternehmungslustigen Menschen und vieles mehr. 90 Jahre sind schließlich erst der Anfang …

Weiterentwicklung Theurl zwischen 2010 und 2017

2010er

THEURL BSH Werk 2006

2006

THEURL Unternehmensgeschichte 2004

2004

Meilenstein Theurl Geschichte

2003

Eröffnung Hobelwerk Theurl

1982

Sägewerk Theurl im Jahr 1969

1969

Export Italien Theurl Meilenstein

1956

Tradition und Innovation

Weilerhof Säge Theurl Gründung

1950

Gründer Peter Theurl bei Einweihung Hobelwerk

1932

90 Jahre Theurl Logo Jubiläum

Grund zum Feiern

Holzanlieferung Theurl Holz Holzweg Wald

Holzweg?

 

Da geht noch mehr.

 

Das zweite Jahrzehnt des aktuellen Jahrtausends ist geprägt von der gezielten Investition in die Zukunft. 2011 erfolgen der Umbau des Hobelwerks und der Ausbau des Rundholzzentrums für Stark- und Schwachholz. 2014 wird eine neue Sägelinie ergänzt und das Headquarter umgebaut. 2017 markieren der Bau einer Doppelstockpresse und die Modernisierung des Logistikbereichs eine wichtige Erweiterung im Brettschichtholzwerk.

 

Wieder am Puls der Zeit.

 

Zu Beginn des Jahrtausends gewinnt das Bauen mit Holz zunehmend an Komplexität. Das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung führt zu einem tiefgreifenden Umdenken in der Branche sowie zum Aufbau des zweiten Standortes mit einem Brettschichtholzwerk. Der gesamten Produktionsprozess wird bereits auf eine auftragsbezogenen Fertigung hin aufgebaut. Mit Ultraschall, Röntgen und Scanning wird das Holz auf Schwachstellen geprüft, bevor die Lamellen zu hochwertigen und extrem leistungsstarken Leimbindern und Deckenelementen weiterverarbeitet werden. 2007 folgt die Installation eines nicht weniger modernen Abbundservicezentrums.

 

Installation modernster Einschnitttechnik

Die bestehende Sägehalle wird 2004 abgerissen und durch einen zeitgemäßen Neubau inklusive modernster Technik ersetzt. Die Vierfachreduzierbandsäge sowie die Nachschnittkreissäge steigern den Tageseinschnitt massiv. Aufgrund des enormen Zuwachses an Schnittholz folgt 2005 der Umbau der Schnittholzsortierung und Paketierung.

 

Investitionen in den Fortschritt.    

 

Die Cousins Hannes und Stefan Theurl übernehmen den väterlichen Betrieb in den 1990er Jahren. Ein paar Jahre später, im Jahr 2003, können sie das eigene Biomassekraftwerk stolz in Betrieb nehmen: mittels Kraft-Wärme-Kopplungsanlage wird das anfallende Restholz nun bis zum letzten Span verwertet und zur Erzeugung von Ökostrom sowie zur Wärmegewinnung für die Trocknung des Schnittholzes sinnvoll genutzt. Diese Maßnahme erweist sich nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern gerade aus ökologischer Sicht als logischer Schritt. Die Zeichen der Zeit stehen ohnehin auf Aufbruch: die Personengesellschaft Brüder Theurl OHG wird in die Kapitalgesellschaft Brüder Theurl GmbH umgewandelt. Die Erweiterung des Bürogebäudes bedeutet zugleich den Startschuss eines umfangreichen Modernisierungskonzeptes.

 

Erweiterung der Produktpalette.

 

Mit dem Bau eines Hobelwerks gelingt THEURL der Einstieg in die Holzveredelung: von nun an kann auch weiterverarbeitetes Holz angeboten werden. Pro Jahr lassen sich zu dieser Zeit rund 10.000 m³ an Hobelware veredeln. Als ein weiterer Meilenstein erleichtert ein neues, großzügiges Bürogebäude nicht nur die Arbeit in der Verwaltung, der Bau dient auch als repräsentativer Unternehmenssitz. In den kommenden Jahren soll die Installation einer 15-Etagen-Schnittholzsortierung für eine weitere Steigerung der Effektivität sorgen. Eine neue Rundholzsortieranlage inklusive geeichter, elektronischer Vermessung sowie eine Vierfach-Reduzierbandsäge komplettieren den Schritt in eine neue, technologiegetriebene Zeit. Ende der 80er Jahre erfolgt der Ankauf erster Computeranlagen von Olivetti: der Einstieg in das Zeitalter der Automatisierung ist geglückt.

 

Die zweite Generation.    

 

Die Söhne Hans, Konrad und Josef übernehmen den Betrieb vom Vater und gründen die Firma Brüder Theurl OHG. Dieser Schritt dient als Grundlage für das gesamte zukünftige Wachstum. Infolge beginnt die zweite Generation bereits ein Jahr später, ab 1970, den jetzigen Standort mitsamt Sägewerk von Grund auf zu errichten. 

 

Weiterdenken, Neues wagen.    


Die langen Winter in der Gebirgsregion bewirken, dass im Freien gelagertes Holz kaum Feuchtigkeit abgeben kann. Die Nachfrage nach getrocknetem Qualitätsholz wächst in dieser Zeit hingegen unablässig an. Der Bau des ersten Heizwerkes mit vier angeschlossenen Trockenkammern im Jahr 1977 garantiert THEURL daraus resultierend dank schnellerer Lieferzeiten und geringerer Transportkosten einen gewaltigen Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern. Wieder einmal haben sich das ureigene Gefühl der Theurls für das Holz und das Gespür für den Markt bewährt gemacht.

Bild aus dem Jahr 1970.

 

Export in den Süden

 

Es geht weiter mit den Meilensteinen in der Theurl Geschichte. 1956 entstehen erste Kontakte zu Holzhändlern in Italien und erste Lieferverträge werden mit den Partnern jenseits der Alpen abgeschlossen. Zu dieser Zeit wurde der Pferdefuhrpark noch von Hand beladen, dann ging es für das Holz zum Thaler Bahnhof, wo die Ware für den Export wieder mit reiner Manneskraft entladen wurde.

 

Tradition und Handwerk, Innovation und Fortschritt

 

Zahlen sprechen bekanntlich für sich: betrug die Produktionskapazität des Tageseinschnitts ehemals noch 7 Festmeter, so kommen wir heute auf das rund 300fache. Auch wenn sich in den vergangenen 90 Jahren vieles geändert hat, eines ist doch immer gleichgeblieben: Handschlagqualität und Verlässlichkeit sind nach wie vor Werte, die wir bei THEURL und im Team alle gemeinsam und aus tiefster Überzeugung leben. Maschinen mögen die manuelle Arbeit Stück für Stück ersetzen, in unseren Augen sind es dennoch die Menschen mit ihrer Hingabe und ihrem Know-how, die aus einem einfachen Stück Holz, hochkomplexe und wertvolle Produkte entstehen lassen. 

 

Standortwechsel auf die Thaler Sonnseite

 

Knapp 20 Jahre nach der Unternehmensgründung erfolgt ein erster Standortwechsel auf die Thaler Sonnseite. Für die Venezianersäge ist mittlerweile kein Wasser mehr verfügbar, da diese Kapizitäten gerade für das Asslinger E-Werk ausreichen.Peter Theurl trotzt mit diesem vorausschauenden Schritt nicht nur der Nachkriegszeit, er legt auch ein äußerst solides Fundament für die nachfolgenden Generationen. Durch moderne Maschinen und mithilfe der acht Mitarbeiter kann das bisherige Einschnittvolumen auf 13.000 bis 15.000 fm pro Jahr gesteigert werden.

Bild: Erster THEURL Fuhrpark aus dem Jahr 1945

 

Mit Tatkraft und Risiko zum Erfolg

 

Großvater Peter Theurl beweist mit dem Kauf des Weilerhofs im Osttiroler Unterassling Mut und Innovationsgeist in unsicheren Zeiten. Der damalige Kaufpreis von 25.350 Schilling stellte für den unternehmungslustigen Bauernsohn zur damaligen Zeit der Weltwirtschaftskrise einen heute unvorstellbar hohen Betrag dar. Doch Peter Theurl ist fest entschlossen. Mithilfe der zum Hof zugehörigen Venezianersäge beginnt er erfolgreich, Schnitt- und Bauholz für den regionalen Bedarf zu produzieren. Das benötigte Rundholz wird in den umliegenden Wäldern zum größten Teil selbst mit Axt und Zugsäge geschlagen und von Pferden zur Säge gezogen. Der Jahreseinschnitt beträgt damals rund 1.000 fm.

 

90 Jahre und weiter

 

Ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Hausverstand und einem feinen Gespür für den Rohstoff Holz, erschuf ein einfacher Bauernsohn 1932 aus dem Nichts heraus das Undenkbare: die Kraft seiner Phantasie verwandelte einen kleinen Hof in Osttirol in ein weltweit agierendes Unternehmen. Es ist der Pioniergeist des Großvaters Peter, der allen vier Generationen an Theurls innewohnt und bis heute als Antrieb dient, jeden Tag noch einen Schritt weiterzugehen.


Damals wie heute sind es die Leidenschaft für das Naturprodukt Holz, der Respekt für unseren Lebensraum und die Liebe zur Heimat, die die Entwicklung des Unternehmens THEURL nachhaltig prägen. Das Rundholz stammt vorwiegend aus einem Umkreis von 100 Kilometern. Mittlerweile ist es an der vierten Generation, den heimischen Natur- und Wirtschaftsraum für die eigenen Kinder und unsere Gesellschaft zu pflegen und zu bewahren.

 

 

 

Wieder mal auf dem Holzweg?


Bei dem wohl bekannten “Holzweg” handelt es sich weniger um einen mit Brettern befestigten Pfad, als vielmehr um eine Sackgasse im Wald. Die Redensart geht bis auf das Mittelalter zurück. Damals wurden beim Baumschlag sogenannte Holzwege angelegt, über die das im Wald geschlagene Holz später abtransportiert wurde. Verirrte sich ein Wanderer auf einem dieser Wege, so fand er sich irgendwann unweigerlich mitten im Wald in einer Sackgasse wieder – eben an jener Stelle, an der das Holz geschlagen wurde. Er musste also umkehren und auf dem “Holzweg” zurückgehen.