Innovation in Holz und Glas

Warum wir uns mit dem Thema Holz und Glas
im Verbund auseinander setzen

Wir fahren Autos, deren Heck- und Frontscheibe geklebt sind. In allen Versuchen und Crashtests ist die aussteifende Wirkung der Verglasung eingerechnet. Fast jede U-Bahn, fast jeder Bus hat eine statisch tragende Verklebung - ist für den Verkehr zugelassen. Nur im Baubereich ist das, mit der Glas-Holz-Verklebung, etwas schwieriger. 

 

Vor über 10 Jahren beteiligten wir uns an einem Projekt der Holzforschung Austria, mit der Fragestellung: Wie kann man Glas mit dem Werkstoff Holz statisch aussteifend verbinden. Anlass war die Kunststofffenster-Industrie. Sie begann, Glas in den Flügel einzukleben, die Stahleinschübe wegzulassen. Vor allem wegen der Gewichts- und Preiseinsparung sowie aus wärmetechnischen bzw. bauphysikalischen Gründen. Heute wird in 90% aller Kunststofffenster statisch tragendes Isolierglas eingeklebt. Die Kunststofffenster-Industrie veranlasste also die Holzfensterhersteller Österreichs, sich zu fragen: Warum können wir nicht Glas in unsere Holzfenster einkleben? Das war dann unser Thema. Wir haben uns am Forschungsprojekt beteiligt, unsere Produkte zur Verfügung gestellt und mit denen unzählige Klebeversuche mit allen erdenklichen Klebematerialien durchgeführt.

 

Klebeversuch

Wir versuchten es mit Epoxidharze, mit Polyurethane oder Polysulfide, es hat nicht funktioniert. So lange nicht, bis wir zur Erkenntnis kamen, dass es darum geht, das Holz zu schützen. Wenn wir unser Glas mit dem Holz verkleben, dann bildet der Kleber eine Schutzschicht am Holz. Das war der zielführende Weg. Wir konnten nun die Oberflächenbehandlung des Holzes weglassen und unser Glas direkt mit dem Holz verkleben. Der Klebstoff war gleichzeitig auch der Schutz, der Konservierungsstoff des Produktes. Mit Silikon funktioniert das wunderbar. Das heißt, wenn wir unser Glas mit der Birkenfurniersperrholzleiste verkleben, dann kleben wir auf eine rohe, nicht behandelte Oberfläche. 

 

Wir verbinden eine Brettschichtholz-Konstruktion mit einem Isolierglaselement, welches werksseitig mit einer Birkenfurniersperrholzleiste klebetechnisch verbunden und Klebeversuche so direkt in die Holzkonstruktion verschraubt wird. Die aussteifende Wirkung übernimmt das Glas. Das wesentliche Element, das Isolierglas, wird bei uns gefertigt und werkstattmäßig mit einer Funiersperrholzleiste verklebt und dann, auf der Baustelle, in die Konstruktion verschraubt. Der Fassaden-Verbund muss einige statische Anforderungen erfüllen. 

Hanspeter Petschenig, Uniglas Facade

 

Hanspeter Petschenig ist Absolvent der Glasfachschule in Kramsach. Es folgt in weiterer Folge die Ausbildung zum Glaser, Glasschleifer und Spiegelbeleger mit Meisterabschluss. Noch während der Studienzeit ist Petschenig an internationalen Projekten in leitender Funktion beteiligt. Heute stellt der CEO der Petschenig glastec GMBH sein umfangreiches Wissen in den Dienst der Öffentlichkeit – als Mitarbeiter in ÖNORMGremien und Lehrbeauftragter an der DHBW Dualen Hochschule Baden-Württemberg – Studienlehrgang Fassadentechnik.